Ich war super aufgeregt vor diesem Termin. Sich für die Hochzeit im Standesamt anzumelden war ein großer Schritt für uns. Im Vorfeld habe ich so viele Horrorstorys gehört, dass es mir aber echt Angst gemacht hat, dass wir unseren Wunschtag oder unser Wunschstandesamt nicht mehr bekommen. Aber: es hat alles geklappt! Wie die Anmeldung so abgelaufen ist, möchte ich euch heute erzählen.

Die Anmeldung zur Eheschließung

Wer heiraten möchte, muss sich vorher in seinem Standesamt für die Eheschließung anmelden. In seinem – das bedeutet, das zuständige Standesamt aus dem Wohnort. Wo man zum Ummelden oder für einen Reisepass in jedes Amt der Stadt gehen kann (in Berlin jedenfalls), hat man beim Standesamt keine freie Wahl. Heiraten kann man danach natürlich trotzdem in jedem anderen Standesamt in Deutschland. Das ist also Hürde Nummer 1, besonders wenn man in so einer überfüllten Stadt wie Berlin wohnt in der es auch chronisch zu wenig Standesbeamte gibt.

Hürde Nummer 2 hat es meiner Meinung noch mehr in sich: Man kann sich erst frühstens 6 Monate vor dem Wunschhochzeitstag im Standesamt anmelden. Wer für den Tag aber auch die Feier organisieren möchte oder einen Fotografen buchen möchte, weiß, dass die ein halbes Jahr vorher schon meistens ausgebucht sind. Das heißt die ganze Hochzeitsplanung ist irgendwie auf Risiko aufgebaut. Wir feiern zum Glück die kirchliche Trauung an einem anderen Tag, aber ich hatte mich natürlich schon auf diesen Tag und dieses Standesamt eingeschossen. Unser Standesamt ist in Berlin ziemlich beliebt, da es ganz hübsch ist, so dass man eigentlich auch wirklich genau die 6 Monate vorher dort anstehen muss um seinen Wunschtermin zu bekommen. (Anmerkung: In manchen Orten kann man seinen Termin trotzdem vor den 6 Monaten schon reservieren. In Berlin nicht.)

6 Monate vorher

Wir waren also genau 6 Monate vorher am Standesamt. Um noch genauer zu sein, waren wir sogar anderthalb Stunden bevor sie überhaupt aufgemacht haben dort. Termine konnte man bei uns nicht machen. Man muss einfach hinkommen und warten. Trotzdem waren wir gerade mal Paar Nummer 15, was an dem Tag da war. Zum Glück wollten wir keinen der beliebten Samstagstermine, sonst hätten wir noch früher kommen müssen.

Nachdem wir insgesamt dann schon fast drei Stunden gewartet haben, wurden wir endlich aufgerufen. Obwohl wir da so lange gewartet haben und wir uns hätten darauf vorbereiten können, waren wir trotzdem überfordert als die Standesbeamtin fragte was sie denn für uns tun kann. Sie war aber richtig gut drauf und sehr nett und hat sich für uns gefreut, dass wir heiraten möchten. Als erstes ging es um den Termin. Zaghaft habe ich erst unseren Wunschtag genannt und dann gefragt ob das geht und wenn ja welche Uhrzeiten sie noch frei hat. Pure Erleichterung als sie sagte, dass das kein Problem ist und hat mir einige Uhrzeiten vorgeschlagen, so dass wir uns die beste aussuchen konnten. In ihrem Kalender habe ich gesehen, dass wir aber schon das dritte Paar waren, die hier an dem Tag heiraten wollen und der Samstag komplett ausgebucht war. Es ist wirklich verrückt. (Das frühste Paar war übrigens fast 4 Stunden vor Öffnung da und hat gewartet, haben wir später erfahren.)

Wichtige Dokumente

Anschließend haben wir der Standesbeamtin unsere Dokumente gegeben und sie hat uns einige Fragen gestellt. Ich möchte in diesem Post nicht wirklich sagen, was für Dokumente ihr braucht, weil das wirklich für jedes Paar unterschiedlich ist. Informiert euch also unbedingt bei eurem Standesamt auf der Homepage was ihr braucht, da ihr zur Anmeldung bereits alles mitbringen müsst. Zu uns kann ich nur sagen: Wir sind beide in Deutschland geboren, waren noch nie verheiratet, haben keine Kinder und wohnen zusammen, was bedeutet, dass dasselbe Standesamt für uns zuständig ist. Das ist wirklich der einfachste Fall, den ihr haben könnt. Wir haben nur unsere Ausweise und jeweils eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister (die bekommt man bei dem Standesamt, wo man nach der Geburt gemeldet wurde) gebraucht. Aber informiert euch unbedingt selbst darüber, welche Dokumente in eurem Fall benötigt werden.

Fragen bei der Anmeldung

Zu den Fragen gehörte auch, welchen Familiennamen wir tragen möchten, also informiert euch bereits vorher über die Möglichkeiten. Außerdem konnten wir uns aussuchen ob wir eine schöne Trauung mit Musik möchten oder einfach nur unterschreiben und ob wir Trauzeugen mitbringen möchten. Danach hätten wir uns noch ein Stammbuch aussuchen können, aber ich möchte lieber eins im Internet bestellen. Und das wars auch schon. Und wir waren super zufrieden.

Rückblickend war das also gar nicht so schlimm und nur ein bisschen viel Warterei. Aber nach so vielen Geschichten über weinende Bräute im Standesamt oder Paare, die sich bereits um vier Uhr morgens anstellen, war ich etwas panisch. Aber am Ende wird doch alles immer wieder gut.