Ich war ziemlich nervös vor meinem ersten Termin im Brautmodenhaus. Zur Sicherheit hatte ich mir in den nächsten Wochen noch Termine in zwei anderen Geschäften gesichert. Ich war ehrlich pessimistisch schnell ein schönes Brautkleid zu finden. Im Vorfeld war ich bereits von einem Laden abgewiesen worden, weil man dort angeblich keine Kleider nach meinen Vorstellungen hatte. So konkrete Vorstellungen hatte ich eigentlich gar nicht, ich wollte nur kein typisches Prinzessinnenkleid. Aber damit war ich wohl schon zu speziell.

Im Vorfeld hatte ich mir super viele Gedanken gemacht

Was für Unterwäsche zieht man zu dem Termin an? (Egal, man zieht die Kleider sowieso ohne BH an.) Darf ich mich schminken oder macht man dann die Kleider dreckig? (Ja, darf man.) Muss ich hohe Schuhe mitbringen? Ich hab gar keine zu Hause, die von der Höhe her irgendwie passen würden. (Sie hatte Anprobeschuhe da. Auf hohen Schuhen steht man nun mal anders als barfuß.) Was ich jetzt weiß, ist, dass es das wichtigste ist, dass man sich wohl fühlt. Wir kennen alle diese Situation, wenn wir in der Umkleide stehen und uns nichts gefällt, weil wir an dem Tag unsere Haut oder unsere Haare nicht mögen. Ich habe mich also dazu entschieden mir extra viel Mühe an dem Tag zu geben, damit ich mich selber im Spiegel gerne angucke. Zudem wusste ich, dass es in dem Laden erlaubt sein wird Fotos zu machen.

Im Brautladen habe ich mich sofort wohl gefühlt

Ich hatte vorher Angst vor der neuen Situation, vor der fremden Person und davor kein Kleid zu finden. Doch ich und meine Begleitungen wurden so herzlich empfangen, dass zumindest die ersten zwei Ängste sofort vergessen waren. Mich haben übrigens meine Mama, meine Schwester und meine beste Freundin begleitet. Uns allen wurden als erstes Hochzeitsmagazine in die Hand gedrückt, so dass wir alle besser zeigen konnten, was ich mir vorstelle oder was zu mir passen könnte. Zudem hatte ich natürlich ein paar Screenshots von Pinterest mitgebracht. Als die Verkäuferin dann los ist um schon einmal ein paar Kleider rauszusuchen, rückte auch die letzte Angst langsam in den Hintergrund.

Sie hat mir ihre Auswahl gezeigt und ich konnte entscheiden ob ich das Kleid anprobieren wollte oder ob es mir eher doch nicht zusagt. Kaum hatte ich eine Vorauswahl getroffen, zog ich kurz darauf das erste Kleid an. Ich hatte mir die Situation merkwürdiger vorgestellt, aber alles fühlte sich ganz natürlich an. So zog ich nach und nach immer mehr Kleider an und die Verkäuferin passte anhand meiner Entscheidungen die Kleider, die ich noch anprobieren sollte, immer mehr an und suchte neue Kleider raus. Zum Schluss hatte ich drei Favoriten, die mich alle glücklich gemacht hätten. Alle Ängste waren verflogen. Als letztes Kleid zog ich noch ein richtiges Prinzessinnenkleid an. Omg, war das viel Kleid. Meine beste Freundin sagte passend dazu, dass das mehr Kleid als Jessi war.

In einer Pause sahen wir uns alle Kleider auf den Fotos noch einmal an

Vor allem natürlich meine drei Favoritenkleider. Aus dem Bauch heraus entschied ich mich für eins. Es war wirklich eine Bauchentscheidung, kein tränenreicher magischer Moment wie im Fernsehen. Ich durfte dieses eine Kleid noch einmal anziehen, diesmal sogar mit passenden Schleier. Wunderschönes Kleid, mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich bekam einen Zettel mit auf dem die Preise für Kleid und Schleier vermerkt waren und bekam zwei Tage um mich endgültig zu entscheiden. Ganz in Ruhe und ohne Druck.

Meine Begleitungen waren sich sofort sicher, dass das das richtige Kleid ist, aber ich wollte es in Ruhe überdenken. Zuhause habe ich mir hundertmal alle Fotos angeguckt und bin immer wieder an dem Kleid hängen geblieben, weil es nicht nur im Spiegel sondern auch auf Fotos wunderschön aussah. Am nächsten Tag wollte ich also im Laden anrufen um zu sagen, dass ich das Kleid nehme, aber konnte niemanden erreichen. So hatte ich plötzlich viel zu viel Zeit um noch einmal alles zu überdenken. Immerhin plant man nur einmal in seinem Leben ein Brautkleid zu kaufen.

Das ist es übrigens nicht, aber das sollte eigentlich auch klar sein.

# I said yes to the dress

Was mir im Geschäft besonders gut gefallen hat, war, dass die Verkäuferin mir jedes Kleid erklärt hat. Wie funktioniert die Korsage, wie wirkt die Spitze, wie passt das Kleid zu meinem Körper? Ich ging die Sache also noch einmal logisch an. Auf der einen Seite war das Kleid genau in dem Stil wie ich es mir auf Pinterest ausgesucht hatte. (Was laut der Verkäuferin übrigens etwas Besonderes ist und nicht so häufig vor kommt.) Auf der anderen Seite war aber ein ziemlich wichtiges Detail auch ganz anders als in meiner Vorstellung. Aber plötzlich fiel mir auf, wie perfekt das Kleid wirklich zu meinem Körper passt. Jeder hat glaube ich etwas, was er an seinem Körper nicht optimal findet. Bei mir ist es, dass ich oft zu dürr wirkte. Doch in dem Kleid sah ich einfach nur hübsch und schlank aus.

Nun war ich mir also ganz sicher, dass es wirklich das passende Kleid für meine Hochzeit war. Am nächsten Tag erreichte ich auch die Verkäuferin im Laden und sie freute sich unfassbar für meine Entscheidung. Am Ende war es also gut, dass ich noch gezwungen war einen Tag länger über alles nachzudenken. Besonders schwer für mich ist es übrigens jetzt nichts mit meinem Verlobten teilen zu können. Aber er wünscht es sich so, also muss ich das Geheimnis jetzt fast ein Jahr noch für mich bewahren.

Das Geschäft in dem ich war ist übrigens La Divina in Berlin-Köpenick. Falls ihr auch aus der Gegend kommt, kann ich euch den Laden nur wärmstens empfehlen.

Habt ihr eine Vorstellung von eurem Traumkleid?