Meinen Bachelor habe ich an der Universität gemacht. Während meiner Abizeit hatte sich diese Uni als meine persönliche Wunschuni herausgestellt und ich wollte unbedingt dort studieren. Die Uni hat mir gut gefallen, jedoch wollte ich für meinen Master die Richtung ein wenig ändern. Da ich aber unter keinen Umständen Berlin verlassen wollte, war die Auswahl entsprechend gering. Theoretisch kann man mein neues Studienfach sowohl an der Universität als auch an einer Fachhochschule studieren, in Berlin selbst allerdings nur an einer FH.

Für den Master an die Fachhochschule

Ich schrieb mich für den Master also an einer Fachhochschule ein, obwohl ich bereits auf der Universität war. Die meisten Studierenden gehen den Weg wohl eher andersrum. So hörte ich von einigen auch, dass das eine schlechte Entscheidung sei, es sei ja quasi ein Abstieg und ich sollte doch auf der Uni bleiben, wenn ich es schon dahin geschafft habe.

Die Unterschiede sind nicht mehr so groß, wie sie vielleicht früher waren

Damals waren Fachhochschulen noch sehr an das Schulkonzept angelehnt, das heißt es gab Klassen und einen festen Stundenplan. Den Stundenplan gibt es meiner FH immer noch, allerdings ohne Zwang sich daran auch halten zu müssen. So mache ich in diesem Semester einen Kurs weniger, weil ich noch nebenbei arbeiten gehe. Interessieren oder gar stören tut das keinen. Ich bin genau so frei in meiner Stundenplangestaltung wie an der Uni und kann auch einfach etwas länger studieren.

Doch trotzdem ist das “Klassen”-Gefühl hier etwas präsenter als es an der Uni war

Die ganze Bürokratie sich nicht wirklich geändert (wie eben, dass es immer noch Stundenpläne statt eines Vorlesungsverzeichnisses gibt).  Auch ist es an unserer FH nur möglich seine Bachelor- bzw. Masterarbeit zu bestimmten Terminen anzumelden. An der Uni hatte ich dort keine Beschränkungen und konnte es so legen und dann anmelden, wie ich wollte.

Praktischer Arbeiten an der Fachhochschule

Etwas, wo ich mir sicher bin, dass das aber nur auf meinen Bachelorstudiengang an der Uni zutrifft, ist das Theama Gruppenarbeiten und Referate. Ich hatte sowas nicht, maximal haben wir unsere Übungsblätter zu zweit abgegeben. Jedoch weiß ich, dass es bei anderen Unistudierenden da ganz anders aussieht. Ich fühle euch alle, an der FH werde ich damit nun auch erschlagen. Deshalb fühlt sich mein Masterstudium an der FH vielleicht etwas praktischer an, aber eigentlich war mein Bachelorstudium nur so extrem unpraktisch, dass es gar nicht als Vergleich herhalten kann. Von anderen aus meinem Master höre ich oft eher negative Stimmen, dass sie den Master zu theorielastig finden.

Vorlesungssaal vs Seminarraum

Mein Bachelorstudiengang war außerdem ziemlich klein, so dass wir die meisten Kurse auch nur in kleinen Seminarräumen hatten. Große Vorlesungssaale wie man sie aus dem Fernsehen kennt, hatte ich nur in den ersten zwei Semestern in den Grundlagenkursen, wo wir noch ziemlich viele Studierenden waren und mehrere Studiengänge an derselben Veranstaltung teilgenommen haben. An FHs sind Seminarräume wohl auch üblicher, allerdings weiß ich, dass es da auch Ausnahmen gibt. Da mein Masterstudiengang aber noch kleiner ist als der aus dem Bachelor, hat sich da für mich überhaupt nichts geändert.

Von der Uni an die FH – Ein Downgrade?

Und ansonsten? Nichts. Manchmal werde ich gefragt, was denn nun der Unterschied von der Universität zur Fachhochschule ist. Aber eigentlich gibt es nicht wirklich einen. Auch hat meine Fachhochschule einen ziemlich guten Ruf bei Arbeitgebern (okay, bei Studenten eher nicht so – aber bezeichnet nicht jeder seine eigene Uni als die chaotischste und unorganisierteste?), so dass es sich nicht als Downgrade anfühlt. Das ist sowieso ein schachsinniges Argument und eine überholte Ansicht. Fachhochschulen haben sich sehr an Universitäten angepasst. Hier wird genauso geforscht und ein wissenschaftlicher Standard gehalten wie an der Uni.

Nur ein wichtiger Unterschied

Der einzige wirkliche Unterschied: An einer FH kann man nicht promovieren, aber es ist durchaus möglich als FH-Absolvent an einer Universität zu promovieren.

Also lasst euch nicht einschüchtern von Menschen, die keine Ahnung haben, and do your thing.