Ich bin jetzt offiziell rebellisch, denn ich habe mir ein Piercing stechen lassen. Und das auch noch an einer besonders rebellischen Stelle – dem Tragus. Ein Jahr habe ich das jetzt etwa vor mir hergeschoben, nur damit es am Ende gar nicht so schlimm war wie gedacht. Das war ja auch überhaupt nicht abzusehen.

Das Studio

Entschieden habe ich mich für naked steel in der Nähe vom Boxhagener Platz hier in Berlin. Meist ist das Studio die Empfehlung Nummer 1, wenn jemand nach einem guten Piercer fragt. Ich wurde auch nicht enttäuscht. Meist stellt man sich solche Studios ja irgendwie dunkel, rockig und vielleicht etwas heruntergekommen vor. Bei naked steel war das ganz anders. Die Räume waren hell, weiß, super sauber und man hat sich sofort wohl gefühlt. Betreut wurde ich von Andre, der sich sehr gut um mich gekümmert hat. Er hat mich beraten was den Schmuck angeht und über alle Risiken und die Pflege aufgeklärt.

Der Schmerz

Ja, es tut weh. Was anderes kann man da wirklich nicht sagen. Aber der Schmerz hält in etwa so lange an, wie ihr gebraucht habt diese drei Sätze zu lesen. Ich kam mir wirklich ein bisschen albern vor, dass ich so eine Angst vor den zwei Sekunden hatte, dass ich mich ein Jahr lang nicht getraut habe. Danach hat Andre noch das Piercing eingesetzt, was nur etwas unangenehm war, und schon danach habe ich gar nichts mehr gespürt.

Der Preis

Gekostet hat mich das Ganze rund 75€. In dem Preis mit inbegriffen waren das Stechen, ein Pflegespray und der Schmuck, wobei ich mich für teuren Schmuck als den Standard entschieden habe. Aber er glitzert, also war es das wert.

Pflege & Heilung

Das Pflegespray vom Studio habe ich einfach gleich dazu gekauft. Octenisept soll man bei Knorpelpiercings wohl nicht verwenden, also war das die einfachste Option. Damit soll ich das Piercing zweimal täglich einsprühen und außerdem das Ohr einmal am Tag mit Wasser waschen, anschließend wieder vorsichtig trocknen, damit die Wunde nicht zu nass ist. Und auf keinen Fall am Schmuck rumspielen, das war das schwierigste für mich. Aber wenn ich das selbst irgendwie hinbekomme, dann ihr auch. Außerdem soll kein Druck auf die Wunde ausgeübt werden, wie etwa durch In-Ear Kopfhörer oder Liegen auf der Seite.

Das Stechen ist jetzt etwa einen Monat her und es tut nur noch minimal weh, wenn ich ausversehen drankomme, wie zu Beispiel beim Haare kämmen. Ansonsten hatte ich bisher überhaupt keine Probleme. Das hat mich jetzt ein bisschen angefixt, dass ich mir gerne noch mehr stechen lassen würde, aber nur am Ohr. Für alles andere bin ich dann doch nicht rebellisch genug.