Ich hatte immer etwas für die Stille übrig. Ich meine damit nicht unbedingt, dass ich es gerne ruhig um mich habe, in dem Sinne, dass keine Musik läuft oder der Fernseher immer aus ist (wer mich kennt, weiß, dass nämlich eher das Gegenteil der Fall ist). Ich meine, dass ich gerne still bin. Ich bin ein ruhiger Mensch, unaufgeregt. Peinliche Stille – gibt es bei mir nicht. Manche Menschen kommen nicht damit klar, wenn nichts gesagt wird, aber ich bin nicht so. Gerne sitze ich auch neben Menschen, die ich mag, während wir beide uns alleine mit irgendwas beschäftigen; zusammen. Trotzdem rede ich gerne und manchmal viel. Die besten Menschen sind die, bei denen ich einfach drauf los erzähle ohne selber vorher drüber nachgedacht zu haben. Bis ich jemandem so vertrauen kann, braucht es immer viel Zeit. (Und jemand, der sagt, dass ich doch mal mehr reden soll, wird sicher nie so ein Mensch werden.)

Ich mochte es lange nicht, und mag es immer noch nicht, wenn jemand Fotos von mir macht. Ich bin nicht gerne vor der Kamera. Meistens fühle ich mich da lächerlich. Aber ich möchte nicht mehr nur still sein, ich möchte es nur immer dürfen. Also haben mein Freund und ich uns letztens an einem Fotoshooting an der Havel versucht. Ein komisches Gefühl war es trotzdem. Aber man muss auch manchmal versuchen über seinen Schatten zu springen und etwas Neues ausprobieren – und mit jemandem, dem man vertraut, ist das gar nicht so schwer wie alleine.

»I’ve always had a thing for silence«
– Ellie Goulding, Scream it out

image

image

image

image

Jacke / Topshop
Schal / Forever21
Jeans / Cross
Schuhe / Deichmann

Fotos von André