Vero True Social

Das hier wird nicht noch ein Artikel über das neue Wundernetzwerk Vero und das ganz sicher vorhandene Potential. Aber auch kein über die angeblich bösen Machenschaften der Entwickler der Apps und dass wir uns alle wieder abmelden sollten, weil.

Ich habe Vero auch ausprobiert

Wahrscheinlich war das ein klassischer FOMO Act, die Angst etwas zu verpassen. Am Anfang war ich sehr skeptisch, wieso die App überhaupt nach meiner Handynummer fragt obwohl es sich hier doch gar nicht hauptsächlich um einen Messenger handelt. Ich klickte die App erstmal wieder weg. Aber innerhalb weniger Minuten tauchten mehr Instastories auf, dass sie sich dort nun auch angemeldet hat und man könne ihnen dort nun folgen. Gruppenzwang, ich meldete mich doch an und folgte einigen Bloggern.

Ich bin nicht überzeugt. Mir gefällt das Design nicht, die Nutzungsweise und das langsame Tempo macht mich ganz ungeduldig. Die einen sagen, man solle abwarten, das kommt noch. So einem Ansturm waren die Server eben noch nicht gewachsen. Glaub ich auch, aber mir gefällt die App so trotzdem nicht. Man kann eben nicht alles mögen. Ja, der Feed ist chonologisch. Aber ist das schon ein Grund, Vero als Instagram-Alternative zu betrachten? Die anderen sagen, man soll sich schnell wieder abmelden. Die App gehört zu einer Firma, die gleichzeitig Nasenspray vertreibt, das sei doch komisch. Außerdem sind die Bildrechte unklar – erzählen die Menschen auf Instagram und diskutieren in Facebook-Blogger-Gruppen.

Eigentlich mag ich den Instagram Algorithmus

Was mir durch Vero aber klar wurde: Ich mag den Instagram-Algorithmus doch ganz gerne. Es ist nett, dass ich nach ein paar Stunden Abwesenheit immer zuerst die Bilder meiner Freunde angezeigt bekomme und nicht eine random Breakfastbowl. Ich verstehe total die andere Seite, die Blogger und Unternehmen, die sich darüber aufregen, dass ihr Bild nicht allen Nutzern angezeigt wird. Aber ich habe da eine Theorie: Vielleicht kommt tatsächlich nicht jedes Bild gut an, vielleicht ist nicht jeder Content der richtige für jeden Account.

Neulich beschwerte sich eine Bloggerin (die ich übrigens unglaublich sympathisch finde, nicht dass das einige jetzt falsch verstehen wollen) in ihrer Instastory, dass ihr eines Bild 10.000 Impressionen hatte während ein anderes gerade mal 2.000 hatte. Blöder Instagram-Algorithmus, was sonst. In Wahrheit, wenn man mich fragen würde, aber das tut ja keiner, spielt die Art des Bildes aber eine zu große Rolle um es einfach nicht zu berücksichtigen. So handelte es sich bei ihrem ersten Bild um ein Outfitpost im Schnee, auf dem sie wirklich hübsch aussah. Das andere Bild zeigte einen Burger mit Pommes. Das Burger-Bild habe ich in meiner Timeline auch einfach überscrollt, ihr OOTD habe ich mir dagegen als Inspiration sogar gespeichert.

Instagram merkt das und lernt daraus. Machine Learning nennt man das, oder eben auch DER ALGORITHMUS. Ich für meinen Teil hatte in letzter Zeit super viel Spaß auf Instagram als Nutzer. Ich habe viele schöne Bilder gesehen, gespeichert, viel geliket und auch viel kommentiert, dadurch, dass der interessante Content eben immer direkt oben war. Die beste Möglichkeit für alle wäre wohl, wenn man zwischen den interessantesten und den neusten Meldungen switchen könnte, ähnlich wie bei Facebook (wobei ich sagen muss, dass ich den Facebook-Algorithmus wieder ganz ganz schrecklich finde.)

Und Vero?

Bleibt wohl noch eine Weile auf meinem Handy, sonst könnte man ja doch etwas verpassen. Bis es dann wie all die anderen neuen sozialen Netzwerke aus unseren Gedächtnissen verschwindet. Oder erinnert sich noch jemand an Path?

Was haltet ihr von Vero? Wirkliche Chance oder einfach nur genervt von dem Hype?