I’m done and I’m back! Wer mir auf Twitter folgt, weiß, dass es in den letzten Wochen für mich nur ein Thema gab: Die Fertigstellung meiner Bachelorarbeit. Nun ist es endlich geschafft und ich konnte meine Arbeit letzte Woche abgeben. Ein seltsames Gefühl, dass so viel Stress einfach damit endet, dass man im Prüfungsbüro einen Zettel unterschreibt und plötzlich allein etwas verloren auf dem Campus steht. Für euch habe ich nun einige Tipps gesammelt, die ich genauso auch meiner kleinen Schwester weitergeben würde:

#1 Informiert euch früh

Eine Bachelorarbeit schreiben ist eine von diesen typischen Dingen, die nicht so schlimm und aufwendig klingen wie sie sind. Wahrscheinlich kommt es auch auf den Studiengang und das Thema an. Für manche ist eine Bachelorarbeit vielleicht tatsächlich einfach nur eine etwas längere Hausarbeit. In meinem Fall war es zu allererst mit Geländearbeit und Proben sammeln verbunden. Das habe ich – Achtung – vor einem Jahr gemacht. Natürlich ist niemand gezwungen die Proben für seine Arbeit selber irgendwo zu sammeln. (Und in vielen Studiengängen geht es ja auch gar nicht.) In meinem Studiengang ist es jedoch nicht unüblich und von den Dozenten auch gerne gesehen, dass man so viel wie möglich praktisch arbeitet und nicht nur Literaturrecherche betreibt und fertige Daten auswertet. Damit man so eine Arbeit aber umsetzen kann, muss man sich frühzeitig auf die Suche nach geeigneten Dozenten sein, die die Arbeit betreuen, und einem Thema sein. Vielleicht findet ihr ja sogar ein Unternehmen, dass gerade Bachelorarbeiten ausschreibt und Studenten sucht? In meinem Fall habe ich in der Arbeitsgruppe meiner Dozentin mitgearbeitet, auch ein durchaus gängiger Weg.

#2 Lest viel Literatur

Ich habe unterschätzt wie viel Zeit es in Anspruch nimmt passende Literatur zu finden und zu lesen. Als Faustregel kann man sagen: In naturwissenschaftlichen Arbeiten mindestens halb so viele Quellen wie Seiten, in anderen Studiengängen sind durchaus doppelt so viele Quellen wie Seiten möglich! Wahrscheinlich bekommt ihr ganz zu Anfang etwas Literatur von eurem Betreuer empfohlen. Ein Tipp um schnell neue Literatur zu finden, ist sich einfach mal genau die Referenzlisten bereits gelesener Literatur anzuschauen und so etwas tiefer ins Thema einzusteigen. Diese sucht ich am besten in Bibliothek euer Uni oder bei Google Scholar. Je nachdem welche Lizenzen eure Uni hat, kommt ihr über eduroam an viele Punlikationen kostenlos ran (von zu Hause: VPN einrichten; kleiner Tipp am Rande: Sci-Hub, mehr sag ich dazu nicht.)

#3 Plant viele Zeitpuffer ein

Meine Dozentin sagte ein paar Mal zu mir: „Jetzt kann dich ja nichts mehr aufhalten.“ Und an jedem Punkt gab es immer irgendwen oder irgendwas, das mich aufhalten wollte. Sei es, dass plötzlich unser Flusssäurelabor geschlossen war, ein anderer Dozent mal eben drei Wochen im Gelände im tiefsten Nirgendwo unterwegs und somit nicht erreichbar war und sogar der Copy Shop zum Schluss die Arbeit fast nicht rechtzeitig gedruckt hätte. Plant verdammt viel Zeit für alles ein und sehr viele Puffer. Zum Glück hatte ich bereits so geplant gehabt, so dass am Ende alles gepasst hat, aber es hat mich trotzdem alles unheimlich gestresst. Passend dazu: Versucht eure Arbeit so spät wie möglich anzumelden um so viel Zeit wie möglich nach hinten zu haben.

#4 Organisiert euch und haltet durch

Ich bin normalerweise kein Fan von To Do Listen, hier habe ich jedoch quasi jeden Tag eine neue geschrieben um nicht den Überblick zu verlieren. Die Kleinigkeiten sammeln sich einfach an: Hier noch die Überschrift von einem Diagramm ändern, da die Formatierung ändern. Schreibt alles auf und lasst euch nicht unterkriegen. Irgendwann ist es vorbei. Zum Organisiert sein gehört auch, dass man seine Zeit zwischen Arbeit und eventuellen anderen Vorlesungen gut einteilt. Außerdem ist es wichtig zu wissen, wann ihr gut arbeiten könnt. Mittlerweile bin ich nachts produktiver und saß oft bis zwei oder drei Uhr nachts am Schreibtisch. Vielleicht steht ihr aber auch lieber um sechs auf und erledigt das meiste morgens? Versucht euren Rhythmus anzupassen.

#5 Trefft euch regelmäßig mit eurem Betreuer

Versucht Kontakt zu eurem Betreuer zu halten und euch sogar regelmäßig zu treffen oder zu telefonieren. So wisst ihr am besten, wie ihr weiter vorgehen solltet und euch erwarten am Ende keine bösen Überraschungen. Vielleicht könnt ihr ja sogar bereits fertige Kapitel durchsprechen und eine Art Vorkontrolle durchführen. In meinem Fall haben wir sogar ganz genau über meine Ergebnisse gesprochen und ich habe erklärt wie ich sie interpretieren würde. Erst dann habe ich das Ganze aufgeschrieben.

#6 Sagt Danke

Ohne Frage, die Bachelorarbeit ist eines der stressigsten Dinge im Studium. Aber es ist eben nicht nur für euch stressig, sondern auch für eure Mitmenschen. Ich musste meinen Freund oft alleine mit dem Haushalt lassen, weil ich einfach nicht hinterherkam. Manchmal musste er mir sogar etwas zu Essen an den Schreibtisch bringen, da ich keine Zeit hatte aufzustehen. Dankt allen euren Mitmenschen, die euch Arbeit in anderen Bereichen abgenommen haben, die versucht haben euer Excel Problem zu lösen oder die euch einfach nur zugehört haben.

Studiert ihr auch und habt euch schon mit dem Thema Bachelorarbeit befasst?