Jedes Jahr bin ich scheinbar die letzte, die ihren Jahresrückblick veröffentlicht. Die ersten starten ja schon Anfang Dezember damit und ich lasse mir Zeit bis ins neue Jahr. Diesmal ist es anders als die letzten Jahre. Also nein, ich bin immer noch die letzte. Aber ich schreibe heute von einer Couch aus, die ich mir selbst ausgesucht habe, im Wohnzimmer unserer ersten gemeinsamen Wohnung während im Hintergrund Kaninchen auf dem Laminat hoppeln, und nicht mehr wie noch im letzten Jahr noch im Kinderzimmer bei meinen Eltern. Und eigentlich sollte ich gerade an meiner Bachelorarbeit weiterschreiben, aber es ist schwer. Bei anderen sieht das immer so leicht aus, studieren allgemein. Damit ich wenigstens etwas schreibe, mache ich mich nun an meinen Jahresrückblick von 2016. Vielleicht hält die Motivation ja an und ich kann den Schreibfluss für meine Arbeit nutzten. Aber erstmal meine 16 schönsten Momente aus 2016, in annähernd chronologischen Reihenfolge.

1. Spontantrip in den Harz

Anfang des Jahres sind wir spontan einen kleinen Umweg über den Harz auf dem Heimweg von den Schwiegereltern gefahren. Man braucht solche spontanen Ausflüge, muss nicht ständig abwiegen ob das nun sinnvoll ist oder nicht. Wir haben gesehen, dass der Harz auch schön sein kann, wenn man nicht gezwungen ist mit Hammer und Geländeschuhen als hübsche beiseite zu lassen und eine Stunde durch den Wald zu einem mehr als unspektakulären Aufschluss zu wandern, der dann doch genau so aussieht wie die zehn davor. #geologiemachtspaß

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2. Buchsignierstunde bei Mona Kasten

Uh, war ich aufgeregt als Mona ihre Signierstunde auf der LBM angekündigt hat. Ich habe alle ewig davor genervt wie toll ich Mona Kasten finde und mochte auch sehr ihre Schattentraumreihe. Am Tag zuvor hatte ich eine Rezension zum letzten Band der Reihe veröffentlicht und Mona konnte sich sogar an meinen Blog erinnern. Die Gesichte habe ich danach genau so lange erzählt wie meine Schwärmerein im Vorfeld angehalten haben.

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3. Viele viele Konzerte

Wow, das erste Halbjahr von 2016 war ein wahres Konzertwunder. Wir waren bei Ellie Goulding, Bosse, Against the Current, Simple Plan, Joris und AnnenMayKantereit. Gegen Ende des Jahres durften wir dann auch noch Madeline Juno live erleben.

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4. Kurzurlaub an der Ostsee

Irgendwann im Sommer fragte mich mein Freund ob ich mit ihm ans Meer fahren möchte. Genau jetzt. Und dann sind wir ans Meer gefahren. Genau jetzt.

5. #hallofuberlin #instatakeover

Viele wissen sicher, dass ich Geologie an der Freien Universität in Berlin studiere. In einer Woche hatte ich die Ehre den Instagramaccount meiner Uni zu übernehmen und Fotos vom Geocampus zu posten. An alle Nicht-Berliner, Nicht-FUler, Alles-Studenten-außer-Geowissenschaften-bei-uns: Wir haben einen eigenen Campus. Ja echt, wir sind nicht beim Rest der FU-Studenten. Das wusste keiner von euch? Ist auch schwer herauszufinden, der Campus ist ja nicht mal mit S- oder U-Bahn zu erreichen. Aber es fährt ein Bus, manchmal sogar zwei hintereinander. Dafür kommt danach 20 Minuten gar keiner mehr. Es ist trotzdem schön bei uns, und so ruhig. Sehr ruhig…

6. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen – Meine Bachelorarbeit

Zu meiner Verteidigung: Die eigentliche Arbeit an meiner Bachelorarbeit hat noch gar nicht begonnen. Das letzte Jahr verbrachte ich mit Themenfindung, Literaturrecherche und Geländearbeit, also mit der Vorarbeit, die noch gar nicht in die 15 Wochen zählen. Ich war zwei mal in der Normandie und habe selbst Proben für meine Forschung gesammelt. Man, war das anstrengend. Und ich hasse zelten, möchte ich nur noch mal erwähnen. Danach gingen meine Proben in ein Labor zur Aufbereitung, fancy Zeug mit Flusssäure, was ich nicht selber machen durfte. (Das ist echt gefährlich, macht das nicht.) Das hat sich alles etwas hinausgezögert und sie sind wohl jetzt wieder in Berlin. Das heißt, nächste Woche geht es ans mikroskopieren. Derweil versuche ich so Kapitel wie die Einleitung oder das Setting zu schreiben, aber es läuft im Moment irgendwie nicht. So lange ich im Winter dann aber mit dem Master anfangen kann, ist alles gut. Alle Prüfungen habe ich seit Oktober jedenfalls schon mal geschrieben, nur ein Ergebnis steht noch aus.

7. Nie wieder Schule für irgendwen – Als Schwester beim Abiball

Meine Schwester hat dieses Jahr ihr Abitur gemacht und damit kenne ich keinen Menschen in meinem näheren Umfeld mehr, der noch zur Schule ging. Es war ein bisschen komisch meine alten Lehrer wieder zu sehen, aber ich habe das beste daraus gemacht und mich versteckt. Ich bin unglaublich stolz auf meine Schwester, hast du gut gemacht! Das Kleid was ich getragen habe, war auch eines der wenigen Outfits dieses Jahr, die es auf meinem Blog gab. (Oder generell Posts.)

8. Short hair don’t care

Endlich habe ich mich getraut meine langen Haare abzuschneiden. In Instagramisch trage ich jetzt einen Longbob. Ich müsste eigentlich mal wieder zum Friseur zum Nachschneiden, aber ich hasse es zum Friseur zu gehen. Ich sehe es schon kommen, wie ich mir aus Faulheit doch wieder lange Haare züchte.

9. Unsere erste gemeinsame Wohnung

Unsere Wohnung war das große Highlight dieses Jahr. Nachdem ist zuerst anderthalb Jahr eine Fernbeziehung mit meinem Freund geführt habe, ist er anschließend erstmal in eine Stadt etwa 100km von mir gezogen. (Enormer Fortschritt im Vergleich zu den 600km vorher.) Und zwei Jahre später sind wir nun im Juli in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen. Wir wohnen nun im wunderschönen Berlin-Treptow in einer niedlichen Zweizimmerwohnung. Beim Unterzeichnen des Mietvertrages sagte die Vermieterin zu uns: „Keine Sorge, Weihnachten ist alles vorbei.“ Recht hatte sie, auch wenn ich es manchmal nicht glauben konnte. Wir haben alle Wände gestrichen (und Unmengen an Geld für Farbe in verschiedenen Grautönen ausgegeben), mussten uns viele neue Möbel kaufen (unteranderem die Couch von der aus ich gerade schreibe), viele viele Kartons mussten ein- und wieder ausgepackt werden. Wir haben herausgefunden, wie viel in einen Skoda Fabia und einen Opel Corsa (miss you, mein Auto – es gehört nun meiner Schwester) passt. Und natürlich musste ich mein Kinderzimmer bei meinen Eltern aufgeben. Es war komisch und ich vermisse immer noch meine Eltern und meine Schwester, aber ich kann mir nicht mehr vorstellen nicht mit meinem Freund zusammen zu wohnen. Ich weiß jetzt, wie man am besten alles von links nach rechts stapelt und wie man über Kartons springt, ich verstehe endlich wie Waschmaschinen funktionieren und dass es echt lästig ist, wenn man seine Klamotten vor dem Waschen nicht entkrunkelt. Außerdem weiß ich jetzt, wie man einen 70-Kilo-Kühlschrank auspackt, wenn er auf der Verpackung drauf steht, aber das erst zugegeben seit gestern. Und ich hasse einkaufen. Und kochen. Spülen. Aber ich liebe es, dass es okay ist, erst um 19 oder 20 Uhr Mittag zu essen (ja, Mittag). Und dass man danach immer noch einkaufen kann. Meine Uni ist jetzt auch eine halbe Stunde dichter dran, das ist auch ganz nett. Dieses Jahr haben wir auch Silvester hier in unserer Wohnung gefeiert und es war das schönste Silvesterfeuerwerk, was ich bisher sehen konnte. So viele Nachbarn haben Raketen in den Himmel geschickt und wir hatten unsere kleinen süßen Wunderkerzen.

10. Party party, unsere Einweihungsparty

Passend zur neuen Wohnung haben wir natürlich auch eine Einweihungsparty geschmissen. Es kamen so viele von unseren Freunden, teilweise von so weit her. Alle meine Freunde und die Freunde meines Freundes waren zusammen. Es war echt eine schöne Party und wir sind stolz darauf unsere erste Feier geschmissen zu haben. (Aber wir machen das nie wieder.)

11. Escape Berlin

Im letzten Jahr durfte ich meine ersten Kooperationen durchführen und zwar mit Escape Berlin. Wer das noch nicht kennt, ich durfte zwei Spiele in den Escape Rooms testen und zwar die Big Bang WG und Sherlock Holmes. Es macht mega Spaß, probiert es aus!

12. Mein Praktikum

Zu wahrscheinlich jedem Studium gehört ein Praktikum und meines habe ich diese Sommerferien absolviert. Ich war im ehemaligen Landesvermessungsamt in Potsdam und hatte eine sehr gute Zeit. Ich konnte viel lernen und die Leute waren alle super nett. Dies habe ich zum Anlass genommen genau darüber nachzudenken in welche Richtung ich meinen Master machen möchte. Irgendwann werde ich dazu sicher auch noch einen Blogpost schreiben.

13. #burgenroadtrip

Unser Spätspätsommerurlaub im Oktober war ein Roadtrip durch ganz Deutschland, den mir mein Freund im Jahr davor zu Weihnachten geschenkt hat. Ihr findet alle Beiträge dazu unter #burgenroadtrip. Wir sind insgesamt über 2500km gefahren und gefühlt mindestens genau so weit gelaufen. Außerdem wurde ich auf dem Trip 22, happy birthday past me!

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14. Hallo Schweiz, hallo Österreich!

Während unseres Roadtrips haben wir an meinem Geburtstag einen Ausflug zum Rheinfall in der Schweiz gemacht. Für mich war es das erste Mal in der Schweiz und ich möchte bestimmt irgendwann wieder kommen. Spontan haben wir dann auch noch einen Ausflug nach Österreich gemacht, auch das war für mich das erste Mal. Dort haben wir eine der längsten Fußgängerhängebrücken der Welt besucht und den türkisten See gesehen, an dem ich bisher war.

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15. Flauschiger Familienzuwachs

Uuh, die Kaninchen! Seit Ende November wohnen bei uns Romeo und Frieda, zwei niederländische Zwergwidder. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, dass wir hier mal saßen ohne dass die Kaninchen Quatsch gemacht haben. Ihre momentane Lieblingsbeschäftigung ist es unter der Couch unser Fernsehkabel zu zerstören. Neulich haben wir einen neuen rutschfesten Baumwollteppich (damit er auch angeknabbert werden darf) für die beiden gekauft und seit dem geht es noch mehr ab. Auf dem kann man nämlich viel mehr springen und toben als auf dem Laminat. Romeo macht besonders viele Freudensprünge aber auch Frieda haben wir schon dabei beobachtet. Es ist einfach so süß. Alles richtig gemacht.

16. Unser eigener Weihnachtsbaum

Worauf ich irgendwie besonders stolz bin, ist unserer erster eigener Weihnachtsbaum. Auch wenn wir ihn schnell in Sicherheit bringen mussten, damit ihn die Kaninchen nicht auffressen. Das ist bei gespritzten Weihnachtsbäumen nämlich nicht so gesund. Momentan ist er ein Silvesterbäumchen, so wie sich das gehört. Und er wird auch noch anderthalb Wochen hier stehen, denn erst dann werden die Bäume bei uns abgeholt. So lange erfreue ich mich noch an unserem Bäumchen. (Wir haben ihn Hans genannt.)

Das waren  meine Highlights aus 2016. Natürlich gab es auch traurige Momente, aber ich möchte mich auf diesem Blog stets nur auf das Positive besinnen. Ich hoffe, dieses Jahr hat genau so viele tolle Momente für mich, im besten Fall natürlich einen mehr, damit die Blogreihe da immer noch einen Sinn macht. Nun brauche ich wohl erstmal eine Pause vom Schreiben, so viel von den Flow für die Bachelorarbeit übernehmen. Aktueller Stand: +1673 Wört für den Blog, +19 Wörter für den Blog. (Zwei davon sind mein Name.) Drückt mir die Daumen, dass ich das noch gut meistern werde und habt ein schönes 2017.

Und wie war euer 2016?