Also es war so, dass mein Freund nicht nach Berlin fahren wollte, da dort ziemlich große Demos angekündigt waren, und ich nicht nach Brandenburg, weil ich mal wieder etwas anderes sehen wollte als Kiefernwälder. Dieses Semester habe ich nur an zwei Tagen Uni, weshalb ich die meiste Zeit daheim in Brandenburg verbringe und entweder an meiner Bachelorarbeit arbeite und recherchiere oder Bewerbungen schreibe. Genau das hatte ich auch eigentlich für das Wochenende geplant, aber draußen waren wunderschöne 26°C und wir hatten ewig nichts gemeinsam unternommen. „Wir könnten ans Meer fahren.“ Ich schaute etwas ungläubig. „Google Maps sagt, es sind nur zweieinhalb Stunden bis nach Usedom.“ Gedanklich war ich noch bei meinem langweiligen Laptop-Tag und irgendwie glaubte ich, dass das halt nur ein Scherz ist. „Ich hab gehört, das ist süß, wenn man seiner Freundin vorschlägt ans Meer zu fahren.“ Okay? „Nein, nicht nur okay, du musst schon wirklich Lust haben. Aber dann sollten wir auch mal los, damit wir noch was vom Tag haben. Also hast du Lust?“ Einfach Ja sagen fiel mir unglaublich schwer, glaubte immer noch nicht so ganz, dass er das ernst meinte. Erstmal das Wetter auf Usedom abgecheckt, überschlagen wie viel Zeit wir auf der Autobahn und am Strand verbringen würden, noch schnell eine Decke und eine Flasche Wasser gesucht; und dann sind wir ans Meer gefahren, einfach so. Meine Mutter fand das lustigerweise gar nicht so komisch wie ich erst, sie wünschte uns viel Spaß und sagte, dass das eine gute Idee sei. Fünf Stunden haben wir in etwa an der Ostsee verbracht, in Heringsdorf und Zinnowitz. Gegessen haben wir auf der Heringsdorfer Seebrücke, quasi auf dem Meer. (Ich bin aber die einzige, die das wirklich witzig findet.) Und dann sind wir wieder gefahren, haben viel Sand und den ersten Sonnenbrand des Jahres mit nach Hause gebracht. Und eine schöne Erinnerung. #EinfachMachen

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