Von Snapchat gehört hat inzwischen bestimmt jeder, die meisten haben es schon mindestens einmal runtergeladen und doch wieder gelöscht, weil sie nicht wirklich sehr intuitiv ist. Die meisten denken scheinbar aber immer noch, dass es hier um eine App für pubertäre Halbstarke geht, die sich Nacktbilder hin und her schicken. Tatsächlich handelt es sich aber um eine App, die es jedem ermöglicht völlig unkompliziert eine Art „Daily Vlog“ aufzunehmen. Zwar ist die App bei Teenangern weiterhin am beliebtesten, aber auch bei den Twentysomethings ist sie inzwischen angekommen und wird immer populärer. Nachdem mir meine Schwester damals vor zwei Jahren das erste Mal die App gezeigt hat, hab ich sie zunächst auch wieder verworfen. Inzwischen ist Snapchat auch wirklich sehr bekannt und überall vertreten, trotzdem höre ich immer wieder, dass Menschen es noch nicht verstehen, was ich auch sehr gut verstehen kann. Deshalb gibt es hier meinen kleinen Snapchat-Guide, wie man die App nutzen kann.

Let the Snapchat game begin

Falls ihr euch immer noch fragt, was Snapchat eigentlich soll und was das kann, hier die Erklärung: Bei Snapchat kann man Fotos und Videos (maximal 10 Sekunden), sogenannte Snaps, aufnehmen und sie direkt an Freunde schicken oder in seine sogenannte Geschichte posten. Man kann seinen Freunden sicherlich auch einfach ein Bild über Whatsapp schicken, aber bei Snapchat gibt es besondere Filter und Möglichkeiten seine Bilder zu bearbeiten. Außerdem kann man die Anzeigedauer der Bilder von 1 bis 10 Sekunden einstellen. Danach verschwindet das Bild für immer. Natürlich kann die andere Person einen Screenshot machen, darüber wird der Versender dann allerdings benachrichtigt.

Die Geschichten kann man sich ungefähr so vorstellen, wie einen Vlog auf YouTube, nur dass er nicht geschnitten ist und mitten aus dem Leben ist. Es ist also nicht so geschönt wie Instagram und man kann in den ganz normalen Alltag mancher Leute blicken. Wieso genau man das will, das ist im Prinzip die Frage von jedem sozialen Netzwerk. Aber wenn man sich für andere Menschen interessiert, ist Snapchat wirklich klasse. Eine Geschichte ist für 24 Stunden online und kann in der Zeit von allen Freunden so oft angeschaut werden, wie sie wollen. Danach verschwindet auch die Geschichte für immer.

Wenn man sich nun also dazu entschieden hat, der App doch mal eine Chance zu geben, muss man sich natürlich erstmal einen Account erstellen. Aber Achtung: Der Nutzername kann nicht mehr geändert werden!

Switching through the screens

Die privaten Chats

Wenn man die App öffnet, ist der erste Bildschirm, der angezeigt wird, die Kamera. Hier kann man Fotos und Videos (Button gedrückt halten) aufnehmen. Wenn man von dort nach links geht gelangt man zu einer Übersicht aller privaten Unterhaltungen mit Freunden. Links neben dem Namen seht ihr in meinem Fall ein ausgefülltes Viereck. Das bedeutet, dass André mit ein neues Foto geschickt hat. Für jede Art von Snap gibt es verschiedene Icons. (Eine Übersicht über die Icons gibt es hier.) Das gelbe Herz neben seinem Namen bedeutet, dass wir beste Freunde sind. (Eine Übersicht über alle Symbole findet ihr hier.) Wenn man nun auf Andrés Namen klickt, kann man sich das Foto anschauen. Wenn man von seinen Namen aus noch einmal nach links geht, sieht man die ganze Unterhaltung. Seit dem letzten Update kann man hier auch Bilder aus den Aufnahmen des Handys verschicken, Sticker anfügen oder gar (video)telefonieren.

Die Geschichten

Zurück zum Kamerabildschirm. Diesmal gehen wir von hier nach rechts. Dort ist eine Übersicht aller Geschichten.

  1. Eigene Geschichte: Ganz oben zuerst eure eigene Geschichte.
  2. Discover: Bei Discover findet ihr gesponserte Geschichten von Magazinen und Fernsehsendern. So gibt es zum Beispiel Geschichten von der Cosmopolitan oder dem People Magazin, die dort ihre neusten News in Form einer Snapchat-Geschichte präsentieren. Wenn ihr noch einen Bildschirm weiter nach rechts geht, findet ihr noch eine gesammelte Übersicht aller Discover-Geschichten.
  3. Live: Unter Live gibt es temporäre Geschichten von Events, wie Festivals oder Fußballspielen, oder aber auch von Orten, wie London oder Paris.
  4. Neuste Updates: Die neusten Posts, die Leute in ihre Geschichte geladen haben, findet ihr in dieser Übersicht.
  5. Alle Geschichten: Hier findet man die gesammelten Posts der letzten 24 Stunden.

screen

Find your friends

Freunde adden

Nun braucht ihr noch natürlich Freunde auf Snapchat. Es heißen einfach alle Leute „Freunde“ auf Snapchat, egal ob ihr euen besten Freund oder Ansel Elgort geaddet habt. Zunächst müsst ihr auf den kleinen Geist im Kamerabildschirm klicken, so geht ihr im Menü eins nach oben. Meine persönlichen Snapchat-Empfehlungen habe ich euch bereits zusammengetragen.

Unter dem Punkt „Freunde adden“ gibt es verschiedene Möglichkeiten Menschen hinzuzufügen.

  1. Über Nutzernamen adden: Ihr könnt nach dem Nutzernamen suchen, aber ihr müsst ganz genau wissen, wie man ihn schreibt, denn Snapchat verzeiht hier leider keine Fehler.
  2. Aus Adressbuch adden: Ihr könnt eure Freunde aber auch über euer Adressbuch suchen und so Leute finden, dessen Handynummer ihr gespeichert habt.
  3. Über Snapcode adden: Meiner Meinung nach die einfachste Methode ist das Hinzufügen über den Snapcode. Der Snapcode ist das gelbe Quadrat, ähnlich einem QR-Code, mit dem Geist in der Mitte. Dafür müsst ihr ein Bild in euren Aufnahmen auf eurem Handy gespeichert haben. Diese wählt ihr dann einfach aus und Snapchat fügt die Person automatisch hinzu. Falls ihr den Snapcode nicht auf eurem Handy speichern wollt, könnt ihr auch die Snapchatkamera über den Code halten und auf diesen drücken. Snapchat fügt dann ebenfalls automatisch den Kontakt hinzu.
  4. „In der Nähe“ adden: Ihr könnt auch nach Snapchattern in der Nähe suchen, dafür müssen aber beide Parteien „in der Nähe suchen“ aktiviert haben und – Überraschung – in der Nähe sein.
  5. Teile meinen Nutzernamen: Mit dem letzten Punkt könnt ihr euren Snapchat-Nutzernamen teilen, zum Beispiel auf anderen sozialen Netzwerken. Snapchat erstellt dann einen Link in der Struktur snapchat.com/add/vintageherzsnap.

Kontakte bearbeiten

Wenn ihr Freunde hinzugefügt habt, könnt ihr über den Punkt „Meine Freunde“ eure Kontakte bearbeiten. Ihr klickt einfach auf die entsprechende Person und dann auf das Zahnrad für „Einstellungen“. Dort könnt ihr jetzt euren Anzeigenamen bearbeiten, den Freund wieder entfernen oder auch blockieren.

Unter „Hat mich geaddet“ könnt ihr die Menschen sehen, die euch geaddet haben, ihr aber noch nicht. So könnt ihr, wenn ihr wollt, diese auch ganz einfach adden.

add

The settings

Persönliche Einstellungen

Ihr könnt euren Anzeigenamen ändern, indem ihr auf den Namen unter eurem Snapcode klickt. Euren Anzeigenamen könnt ihr im Gegensatz zu eurem Nutzernamen jeder Zeit ändern. Die kleine Zahl neben eurem Namen ist eurer Score. Je mehr Bilder ihr verschickt, umso höher ist eurer Score. Wenn ihr auf euren eigenen Snapcode klickt, könnt ihr ein Profil“bild“ aufnehmen. Das Profilbild besteht aus vier Einzelnbildern die hintereinander abgespielt werden. Die Bilder könnt ihr nur direkt aus der App heraus aufnehmen und nicht aus eurem Handy hochladen.

Trophäen

Über eurem Snapcode ist ein kleiner Pokal. So gelangt ihr zur Trophäenkiste. Dort gibt es kleine Belohnungen, wenn man zum Beispiel ein Foto mit einem Filter verschickt hat oder einen Score von 100 erreicht habe. Die Trophäen bringen, ähnlich wie der Score, nicht wirklich viel, und sind eher ein kleines Gimmick.

Privatsphäre

Klickt ihr auf das Zahnrad oben rechts gelangt ihr zu den restlichen Einstellungen. Dort könnt ihr euren Anzeigenamen, E-Mail-Adresse, Handynummer und Passwort ändern und eure Privatsphäreinstellungen überprüfen. Ihr könnt festlegen, ob jeder, der euch geaddet hat, euch Snaps senden kann und eure Geschichte ansehen kann, oder ob ihr sie zuerst auch adden müsst.

Mehr Möglichkeiten

Über „Mehr Möglichkeiten“ könnt ihr weitere Einstellungen aktivieren. Wenn ihr die Filter wollt, müsst ihr diese hier aktivieren. Außerdem könnt ihr im „Reise Modus“ einstellen, dass Snaps nicht automatisch heruntergeladen werden, wenn ihr mobile Daten nutzt. Über „Freundschafts-Emojis“ könnt ihr sehen, was die Symbole neben den Namen eurer Freunde bedeuten und auch ändern. Bei „Zugriffe“ könnt ihr sehen auf was die App alles zugreifen darf, etwa wie der Standort und die Kamera.

einst

Selfie lenses

So, das ist wohl momentan das Ding schlechthin auf Snapchat und irgendwas zwischen Fluch und Segen gleichzeitig. Wenn ihr in der Kamera auf ein Gesicht zielt und auf diesen lange drückt, öffnet sich ein neues Menü mit sogenannten Filterlinsen. Diese verändern eurer Gesicht auf lustige Art und Weise, sind aber temporär. Es sind also nicht alle Filter immer verfügbar. Übrigens könnt ihr oben links in der Kamera den Blitz einstellen und oben rechts zwischen Haupt- und Frontkamera wechseln. Das kleine lila Plus unten rechts bedeutet, dass es neue Updates in den Geschichten gibt.

filter

Edit your snaps with filters, filters, filters

Verschiedene Filter

Wenn ihr nun ein Snap gemacht habt, könnt ihr noch verschiedene Filter darüber legen. Dafür müsst ihr nach links oder rechts wischen. Ihr könnt verschiedene Farbfilter auf eure Snaps legen, die Geschwindigkeit (wenn ihr die Zahl anklickt könnt ihr zwischen km/h und mph wechseln), die Temperatur (wahlweise °C oder °F), die Uhrzeit (durch Klicken kann auch das Datum angezeigt werden) oder Geofilter auswählen, falls diese verfügbar sind. Geofilter sind nur an bestimmten Orten vorhanden und passen zu eben diesen. Falls ihr neugierig seid was für Geofilter es so gibt, könnt ihr in dieser Übersicht vorbeischauen. Bei Videos könnt ihr außerdem noch die Geschwindigkeit erhöhen oder verringern oder das Video rückwärts abspielen lassen. Falls ihr mehrere Filter auf einmal verwenden wollt, müsst ihr einfach, nachdem ihr den ersten Filter eingestellt habt, mit einem Finger den Bildschirm gedrückt halten und mit einem anderen Finger weiter durch die Filter wischen.

Text hinzufügen

Außerdem könnt ihr Schrift zu euren Snaps hinzufügen indem ihr auf das „T“ drückt, das sich am oberen Rand befindet. Das Design der Schrift könnt ihr verändern indem ihr nochmals auf das „T“ klickt. Mit der Farbtafel am rechten Rand könnt ihr auch noch die Schriftfarbe verändern. Wenn ihr aus diesem Schriftmenü raus geht, könnt ihr euren Text im ganzen Bild verschieben und die Größe ändern.

Emojis einfügen

Neben dem „T“ findet ihr eine Art kleinen Post-it-Zettel. Über diesen Punkt könnt ihr so viele Emojis hinzufügen wie ihr möchtet. Auch diese könnt ihr frei verschieben und in der Größe ändern.

Zeichnungen zufügen

Der letzte Punkt am oberen Rand ist der kleine Stift. Damit könnt ihr auf eurem Snap zeichnen. Wenn ihr den Stift ausgewählt habt, könnt ihr am rechten Rand die Farbe ändern. Wenn ihr dort die Farbe auswählt, den Finger auf dem Bildschirm lasst und zur oberen linken Ecke zieht, könnt ihr auch in weiß malen. Macht ihr das gleiche zur unteren rechten Ecke, erhaltet ihr schwarz.

Anzeigedauer auswählen

Unten links mit der Stoppuhr könnt ihr einstellen, wie lange eurer Bild zu sehen sein soll. Ihr könnt dafür eine Angabe zwischen 1 und 10 Sekunden auswählen. Mit dem Symbol direkt daneben könnt ihr euren Snap auf eurem Handy speichern.

bear

Send it to your friends and post it in your story

Zuletzt müsst ihr das ganze nur noch versenden. Wollt ihr den Snap nur in eure Geschichte posten, könnt ihr auch den Schnellzugriff am unteren linken Rand verwenden. Möchtet ihr ihn an einen Freund senden, müsst ihr auf den Pfeil unten rechts drücken. Im nächsten Menü könnt ihr auswählen an wen ihr den Snap alles schicken wollt. Zusätzlich könnt ihr auch noch einmal eure Geschichte auswählen.

In der Übersicht der Geschichten könnt ihr nun eure eigene anschauen. Wenn ihr auf die drei Punkte neben eurer eigenen Geschichte drückt, könnt ihr sehen, wie viele Leute euren Snap angesehen haben. Außerdem könnt ihr eure komplette Geschichte als Video downloaden indem ihr auf den Pfeil im Kreis klickt.

send

That’s it

Snapchat kann wirklich Spaß machen. Ich verspreche, wenn man sich erstmal eingefuchst hat, ist alles gar nicht mehr so kompliziert wie es zuerst aussieht. Und nun: Happy snapping!

Für meine gute Freundin E., die auf der letzten Party meinte, dass sie Snapchat immer noch nicht verstanden hat, obwohl man es ihr schon so oft versucht hat zu erklären.