Letzte Woche erschien der letzte Band der Schattentraum-Trilogie von Mona Kasten. Die anderen beiden Bücher haben mir schon bereits sehr gut gefallen. Im folgenden möchte ich nun meine Meinung zu Schattentraum: Vor dem Lichtglanz (Schattentraum 3) wiedergeben. Auch wenn ich denke, dass es selbstverständlich ist, möchte ich noch drauf hinweisen, dass es sich hier um Band 3 handelt. Wer also die ersten beiden Bücher noch nicht gelesen hat: SPOILERALARM!

Der Inhalt

Emma hat sich entschieden an den Dunkelhof zu gehen und sich von Belial, dem König des Dunkelhofs, trainieren zu lassen, wie sie die Dunkelheit in ihrem Inneren beherrschen kann. Gabriel hat sie dorthin begleitet, obwohl ihm als gebürtiger Lichtfae die Dunkelheit am Hof schwer zu schaffen macht. Er vertraut Belial nicht und möchte, dass er und Emma so schnell wie möglich in ihr normales Leben zurückkehren können. Emma macht jedoch nur mühsam Fortschritte. Der Dunkelhof wird währenddessen bedroht und Belial muss Pläne schmieden um seinen Hof zu retten, von denen Emma und Gabriel zunächst allerdings nichts wissen. Schwere Entscheidungen und ein großer Kampf steht allen bevor und Emma wird lernen: Es ist nicht immer alles schwarz und weiß.

Meine Meinung

Wer es bis hierhin geschafft hat, der wird mit dem Übernatürlichen kein Problem haben. Ich selber liebe das Thema der Feen, des Licht- und Dunkelhofs und war als Teenager besessen von der ganzen Welt. Von daher liebe ich auch die Schattentraum-Reihe von Mona Kasten, die mit Vor dem Lichtglanz einen rühmlichen Abschluss gefunden hat. Die ganze Thematik des Feenreichs ist unglaublich komplex und trotzdem hat es Mona auf eine anschauliche Weise geschafft uns dort leben zu lassen. Der Schreibstil ist wie auch in den Bänden davor einfach und gefühlvoll, so dass man gar nicht merkt wie die Seiten dahin fliegen. Die Geschichte ist sowohl aus Emmas als auch Gabriels Sicht geschrieben. Normalerweise gefällt mir so ein Wechsel zwischen den Perspektiven nicht, allerdings waren Gabriels Gedanken so interessant, dass ich mich für diese Geschichte hervorragend damit anfreunden konnte.

Die Charaktere sind mir alle ans Herz gewachsen und Emma ist für mich eine Art Freundin geworden. Gerne habe ich Emmas Weg in der Dunkelheit verfolgt und habe mich mit ihr gefreut und gelitten. So gerne wäre ich an Emmas Seite gewesen und hätte ihr beigestanden. In diesem Band lernen wir mehr über den Dunkelhof, die einzelnen Fae, die dort leben, und ihre Traditionen. Doch vor allem beschäftigt sich der ditte Teil mit den Gefühlen von Emma und Gabriel und der Liebe zwischen ihnen. Mona Kasten hat Worte für Liebe gefunden, die ich zuvor immer gesucht habe. Die Gefühle der Protagonisten wurden von Band zu Band tiefgründiger und so auch die Geschichte. Besonders Gabriels Gefühle konnte ich gut nachvollziehen. Bei Emma habe ich mich allerdings manchmal gefragt, was das denn soll. Jedoch muss ich zugeben, dass ich auch mal so gedacht habe wie Emma, als ich noch jünger war. Immerhin geht sie noch zur Schule und lebt ihre Teenagergefühle aus. Trotzdem konnte ich mich in Gabriels Gefühle viel besser hinein versetzen und in seinen Schmerz. Sogar Belial konnte ich plötzlich besser verstehen. Die Charaktere überraschen mit einer enormen Vielseitigkeit. Wer böse erscheint, ist nicht immer nur böse. Nicht jeder hat nur eine Seite, verfolgt einen Plan und hat nur ein Ziel. Es ist eben nicht immer alles schwarz und weiß.

Die Geschichte hinterließ ein Gefühl von Glückseligkeit, gefolgt von Purer Verzweiflung, weil ich nichts mehr mit meinem Leben anzufangen wusste. – Danke, Mona.


Schattentraum: Hinter der Finsternis (Schattentraum 3) 4,5/5 ☆

Schattentraum: Mitten im Zwielicht (Schattentraum 2) 5/5 ☆

Schattentraum: Vor dem Lichtglanz (Schattentraum 3) 4/5 ☆

„Ich liebe dich so sehr, dass ich manchmal das Gefühl habe, daran zu ertrinken.“
– Mona Kasten, Schattentraum: Vor dem Lichtglanz